Wenn es einen selbst betrifft

Eigentlich wollte ich etwas unbeschwerter anfangen zu bloggen.
Na ja nicht mit Schmetterlingen, Sonnenschein und kleinen Kaninchen, die über duftende Wiesen hoppeln, aber eher zu einem Thema, was mich bewegt ohne mich unmittelbar derart zu belasten.
Mein Vater hat vor drei Wochen einen Bypass in das rechte Bein gelegt bekommen. Ja, er hat vorher viel geraucht und ist nicht ganz unschuldig an der Sache, jedoch hatten wir gehofft, daß er jetzt – nach zwei schmerzvollen Jahren – wieder auf dem Weg der Besserung ist. Heute ist er wieder ins Krankenhaus gekommen – Bypass-Infektion – er mußte unterschreiben, daß sie ihm im Notfall bei der Operation das Bein abnehmen dürfen.
Jetzt warte ich auf Nachrichten und ich denke nach.
Ich denke nach über die zigtausend Toten durch Infektionen in deutschen Krankenhäusern jedes Jahr. Ich denke über die mangelnde Hygiene dort nach und über andere Länder, die diesbezüglich Lichtjahre weiter sind. Ich denke an resistente Bakterienstämme, gegen die es kein Mittel mehr gibt. Ich denke nach über verantwortungslose Hühnerzüchter, die Antibiotika zur Mast einsetzen und uns damit die nächsten Resistenzen hochzüchten und ich denke nach über eine Ministerin für Verbraucherschutz, die wie eine zahnloser alter Tiger mit gebrochenem Rückgrat keinerlei Mittel hat, um etwas zu verändern, die als ein besserer Pressesprecher gebetsmühlenartig wiederholt: „Das wird auf EU-Ebene entschieden.“ oder wahlweise „Das ist Ländersache.“
So viele Dinge sind zu tun!
Aber heute denke ich erst mal nur nach…..und warte auf Nachrichten von meinem Vater.
Nachtrag: Danke an alle, die Genesungswünsche geschickt haben. Die Operation war auf den letzten Drücker, ist aber gut verlaufen!

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